Kurt Hahn und die Erlebnispädagogik
Die Entstehung der Erlebnispädagogik wird in Deutschland auf den Reformpädagogen Kurt Hahn (1886-1974) zurückgeführt. Kurt Hahn gründete und leitete ab 1920 das Landerziehungsheim „Schloss Salem" am Bodensee. 1933 musste Hahn auf Grund seiner Systemkritik am Nationalsozialismus nach England emigrieren. Dort gründete er nach Salemer Vorbild ein Landerziehungsheim in Gordonstoun/Schottland. Mehrere Experimente, wie das ,Moray Badge'- Abzeichen oder die sog. ,Summerschools', Hahnes Entschlossenheit und die gesellschaftlichen und zeitlichen Umstände des 2. Weltkrieges, führten 1941 zur Gründung der ersten Outward Bound Schule in Aberdovey/Wales.
Der Name Outward Bound entstammt der Seefahrt und bezeichnet ein zu großer Fahrt gerüstetes, auslaufbereites Schiff. Dieser Ausdruck entstand aus der Zusammenarbeit Hahns mit dem Reeder Lawrence Holt. Hahn bringt diese sog. „Kurzschul-Idee" mit nach Deutschland und gründet 1952 den Standort Weißenhaus an der Ostsee, die erste Outward-Bound-Schule auf deutschem Gebiet. Heute existieren in Deutschland 5 Outward-Bound-Schulen, weltweit etwa 45 Stück. Seit 1980 findet der Ansatz des erlebnispädagogischen Konzeptes sehr großen Anklang. Es entwickelten sich eine Vielzahl von Organisationen und Stilrichtungen. Kurt Hahn fand aufgrund seiner Gesellschaftsanalyse vier sog. Mängelerscheinungen heraus:
Ø körperlicher Verfall
Ø mangelnde Initiative
Ø Verlust von Empathie
Ø Verringerung der Sorgfalt
Er entwickelte in seiner Erlebnistherapie vier Gegenelemente, um diese Mängelerscheinungen zu verbessern. Diese Elemente seiner Erlebnistherapie lauten:
Ø Projekt
Ø Expedition
Ø körperliches Training
Ø Dienst
Outside e.V. orientiert sich an den grundlegenden Impulsen von Kurt Hahn und versucht, diese den heutigen Gegebenheiten anzupassen und weiterzuentwickeln.

